Geschichtliche Informationen zur
evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Leimen (Baden)
Leimen
gehörte anfangs zum Bistum Worms und kam später zum
Bistum Speyer. Wie in der gesamten Kurpfalz, so wurde auch in Leimen
die Reformation eingeführt. Wurde 1556 zunächst das
lutherische Bekenntnis eingeführt, so wechselte man 1559 zum
reformierten Bekenntnis. Leimen und sein Umland waren danach
überwiegend protestantische Gemeinden. Ab 1699 gab es wieder
eine eigene lutherische Gemeinde in Leimen. Als 1803 die (reformierte)
Kurpfalz zum (lutherischen) Land Baden kam, lag eine Vereinigung der
beiden protestantischen Kirchen nahe, was 1821 dann vollzogen wurde.
Seither gibt es in Leimen nur noch eine protestantische Gemeinde, die
zum Bezirk des Dekanats (Kirchenbezirk) Wiesloch kam. Zur Pfarrei
Leimen gehörten seit der Übergabe der Kirche St.
Aegidius an die Katholiken 1707 (pfälzische Kirchenteilung)
auch die Protestanten von St. Ilgen, doch erhielt die dortige Gemeinde
1916 wieder eine eigene Kirche und 1930 auch eine eigene Pfarrei. In
Gauangelloch war seit der Reformation fast ausschließlich
eine Pfarrei, die teilweise auch für die Nachbarorte
zuständig war. Die heutige Kirche wurde 1901/02 im
neugotischen Stil erbaut. Die Kirchengemeinden Leimen und St. Ilgen
gehören bis heute zum Kirchenbezirk Wiesloch innerhalb des
Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die
Kirchengemeinde Gauangelloch gehört zum Kirchenbezirk
Neckargemünd.
Die nach der Reformation übriggebliebenen
Katholiken hatten zunächst kein eigenes Gotteshaus. Erst 1707
erhielten sie im Rahmen der pfälzischen Kirchenteilung die
Kirche St. Aegidius in St. Ilgen. In Leimen konnte die katholische
Gemeinde 1725 eine eigene Kirche (Herz-Jesu) bauen, welche 1914 durch
einen Neubau an anderer Stelle ersetzt wurde. In Gauangelloch feierten
die Katholiken ab 1824 in den Räumen der Burg ihre
Gottesdienste, ehe sie sich 1902/04 eine eigene Kirche (St. Peter)
erbauten und ab 1913 eine eigene Pfarrei erhielten. Gehörten
die Katholiken im Raum Leimen zunächst noch zum Bistum Speyer,
so wurden sie 1821/27 Teil des neu gegründeten Erzbistums
Freiburg, wo sie dem Dekanat Heidelberg zugeordnet wurden. 1976 wurden
nach Umwandlung des Dekanats Heidelberg in das Stadtdekanat Heidelberg
die Pfarreien des Heidelberger Umlands auf benachbarte Dekanate
aufgeteilt. Die Pfarrgemeinden auf dem Gebiet der Gemeinde Leimen
(Herz-Jesu Leimen, St. Peter Gauangelloch und St. Aegidius in St.
Ilgen) kamen somit zum vergrößerten Dekanat
Wiesloch, zu dem sie bis heute gehören. Es umfasst nunmehr
insgesamt 29 Pfarrgemeinden. Die Pfarrgemeinden Herz-Jesu Leimen und
St. Peter Gauangelloch bilden die Seelsorgeeinheit Leimen, die
Pfarrgemeinde St. Aegidius in St. Ilgen gehört zur
Seelsorgeeinheit Sandhausen.
Quelle: Wikipedia